APEK - Büro für Agrarpolitik und Ernährungskultur - APEK
APEK - Büro für Agrarpolitik und Ernährungskultur - APEK

Agrarpolitik und Ernährungskultur in der Gegenwartsgesellschaft

Dass Menschen sich ernähren müssen ist unbestreitbar. Die Art und Weise wie Menschen ihre Ernährung organisieren, wie sie ihre Lebensmittel produzieren und wie sie mit ihnen umgehen ist jedoch abhängig von politischen und kulturellen Rahmenbedingungen. Diese Rahmenbedingungen sind nicht naturgegeben, sondern sie sind das Resultat von Entscheidungen und Handlungen der Menschen. Somit sind sie immer Ausdruck einer bestimmten Zeit und eines bestimmbaren Kontextes. Sie sind aber auch vor allem: veränderbar.

Die Produktion von Lebensmitteln ist immer auch ein politisches Feld. Politik muss als Voraussetzung für eine erfolgreiche sowie sozial und ökologisch verträgliche Lebensmittelproduktion die nötigen Rahmenbedingungen schaffen. Politik – und damit sind nicht nur Berufspolitiker und Parteien gemeint, sondern alle Organisationen und Menschen, die sich dafür interessieren, die gesellschaftlichen Verhältnisse durch politische Mittel zu gestalten – muss sich beispielsweise mit folgenden Fragen beschäftigen: Zu welchen Arbeitsbedingungen sollen Menschen in der Lebensmittelproduktion, im Lebensmittelhandel und in der Gastronomie arbeiten? Welche Lebensmittel sollen produziert und gehandelt werden? Auf welche Art und Weise sollen diese Lebensmittel produziert, gehandelt und zubereitet werden? Wo sollen Förderungen stattfinden und wo sollen restriktive Grenzen gesetzt werden? Welche Auswirkungen, etwa in Bezug auf die Volkswirtschaft, die medizinische Versorgung, aber auch auf die Inklusion und Exklusion von Menschen, haben die unterschiedlichen Ernährungspraktiken, die in der Gegenwartsgesellschaft miteinander konkurrieren?

Die Kultur der gegenwärtigen Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine Kultur der Kulturen ist. Dies trifft auch auf die Ernährungskultur zu. Es gibt weder auf nationalstaatlicher noch auf globaler Ebene eine einzige Kultur des Essens und Trinkens. Stattdessen existieren viele verschiedene Ernährungskulturen nebeneinander und es kommt oftmals zu Kommunikations- und Austauschbeziehungen. Die moderne Gesellschaft ist auch in Bezug auf ihre Ernährung eine multikulturelle Gesellschaft. In dieser sind Traditionalisten ebenso zu finden wie Innovationsaffine. Es gibt Gesundheitsorientierte und Genussfreudige, Fleischesser, Vegetarier und Veganer, Liebhaber von Fast-Food genauso wie Slow-Food-Anhänger. Viele weitere Ernährungsstile mit unterschiedlichsten Motivationsstrukturen könnten noch genannt werden. Diese Komplexität muss heutzutage berücksichtigt werden, wenn man sich professionell mit Ernährungskultur auseinandersetzen will.

Gleichzeitig gibt es eine Vielzahl von Experten, die sich dem Thema Ernährung aus unterschiedlichsten Perspektiven widmen: Mediziner, Landwirte, Sozialwissenschaftler, Chemiker, Künstler, Politiker, Lebensmitteltechnologen, Designer, Betriebswirte, Volkswirte, Köche, Journalisten – man könnte die Liste nahezu endlos fortsetzen. Sie alle richten zumindest von Zeit zu Zeit ihren spezifischen Blick auf dasselbe große Phänomen: die Ernährung der Menschen. So entstehen unterschiedlichste Beobachtungen desselben Objekts, die sich manchmal ergänzen, aber sich auch widersprechen können. Nicht selten gibt es sogar innerhalb einer Disziplin unterschiedliche Bewertungen und Widersprüche, die aufzulösen unmöglich geworden sind. Dies ist aber nicht zwangsläufig ein Nachteil. Perspektivenvielfalt und hohe Komplexität bringen als Gewinn die Möglichkeit mit, unter verschiedenen Alternativen auswählen zu können, je nachdem welches Problem mit welcher Strategie gelöst werden soll.

Nicht nur Laien sind inzwischen häufig mit Gefühlen der Überforderung und des Information Overloads konfrontiert. Auch Experten der Agrarpolitik und Ernährungswissenschaftler sehen sich mit den Schwierigkeiten der Hyperkomplexität der Gegenwartsgesellschaft konfrontiert. APEK stellt sich diesen Herausforderungen. Mit einem Netzwerk interdisziplinär zusammenarbeitender Experten, die qualitative und quantitative Methoden sowie Praxis und wissenschaftliche Analyse miteinander verbinden, erarbeiten wir Strategien der Bewältigung von Komplexität im Bereich der Agrarpolitik und Ernährungskultur.

"Einkaufen ist die Ernte des modernen Menschen." Lea Fleischmann

Aktuelles

Dr. Daniel Kofahl zum Weltvegantag über Veganismus und Fleischessen hier klicken

Dr. Daniel Kofahl zur Drinktec 2017 und Getränketrends hier klicken

"Du bist, was du isst" - Ernährungskulturforscher Dr. Daniel Kofahl im SWR TV-Interview hier klicken

"Street Food Indulgence" - Eine Reportage über Street Food, mit Ernährungssoziologe Dr. Daniel Kofahl hier klicken

"Ich bin etwas Besonderes, weil ich diese Unverträglichkeit habe" - Ernährungssoziologe Dr. Daniel Kofahl im Interview mit der Süddeutschen Zeitung hier klicken

SWR2 Radiodiskussion zum Thema "Gut und Böse - auf dem Teller Wie Religionen über das Essen bestimmen" mit Ernährungssoziologe Dr. Daniel Kofahl hier klicken

Interview mit Ernährungssoziologe Dr. Daniel Kofahl in der Wochenzeitung "Die Furche" über Moral beim Essen und Trinken  hier klicken

"Kulturelle und religiöse Einflüsse auf (und durch) die Ernährungskultur von türkeistämmigen Migranten" - Ernährungssoziologe Dr. Daniel Kofahl im Interview mit der ErnährungsUmschau hier klicken

"Über Essen kann man immer streiten" - Ernährungssoziologe Dr. Daniel Kofahl im Interview mit National Geographic hier klicken

Interview mit Ernährungsforscher Daniel Kofahl über Food-Fotos im Internet und die digitale Tischgemeinschaft (HNA, 8.7.2013) hier klicken

Alles frisst auf mein Kommando! - Artikel von Esskulturwissenschaftler Daniel Kofahl zum 40. Geburtstag von "Das große Fressen" in FAZ vom 15.1.2013 hier klicken

Interview mit Soziologe und Fischereiexperte Tobias Lasner hier klicken

Druckversion Druckversion | Sitemap
APEK - Büro für Agrarpolitik und Ernährungskultur // Gelsterstr. 8 - D-37213 Witzenhausen // Kontakt@APEK-Consult.de

Anrufen

E-Mail